New X-Men 2019

Dezember 2020_2

Anfang und Ende

Von den mehreren tausend Mutanten im sogenannten „Rehabilitationslager“ blieben nach dem Genozid an den unschuldigen Kindern und Erwachsenen, die sich zu den Alpha- und Betamutanten zählen mussten, 1200 Menschen, die es zu retten galt. Die Studenten wussten, dass 200 von ihnen auf grausame Weise ihrer Persönlichkeit, ihres Geistes und Verstandes beraubt worden waren durch eine mehr als Menschen unwürdige Weise, die Lobotomie.

Die Umstände der Rettung zusammen zu fassen fällt mir als Chronistin schwer. Nie habe ich ein solches Leid gesehen, nie solche Grausamkeiten im Namen eines Gesetzes, eines Systems, an das ich selbst einmal geglaubt hatte. Wenn ich die Hoffnung auf ein friedliches Zusammenleben aller Menschen auf dieser Welt, egal welcher Abstammung oder mit welchen Talenten gesegnet, nie angezweifelt hatte, wurde ich dort, in Nevada, auf den granitharten Boden der Realität zurück gebracht. Es wird keinen Frieden geben, zumindest nicht in dieser Generation oder der nächsten. Nicht solange es Menschen gibt, die unschuldige Kinder aufgrund ihrer Hautfarbe, sei sie schwarz, gelb oder im wahrsten Sinne lila ist, in Stücke reißt und ihre kleinen, sensiblen Körper mit Füßen treten. Nichts desto trotz versuche ich, diese Ereignisse ab diesem Absatz wieder wertungsfrei und sachlich darzustellen, wie es sich für eine Chronik gehört. Doch kann ich diese Konzentrationslager von nun an nicht mehr sachlich „Rehabilitationslager“ nennen, weil es eine Schändung derer wäre, die dort ihr Leben gelassen haben für einen Krieg, der niemals ihrer sein sollte.

Das Lager bestand aus einem Gefängnistrakt, umgeben von drei Verteidigungsringen mit Elektrozäunen gesichert. Multiple Kräftehemmer mit Feldwirkung unterstützten die einzelnen Verteidigungsringe, ebenso wie drei Sentinels des Typs Mark 3. Jeder inhaftierte Mutant wurde mit einem Tattoo und einem in die Haut implantierten Chip markiert. Dem Team des CSLI und dem Zirkel stand eine Übermacht von 200 Sicherheitskräften gegenüber.

Zwei zeitverzögerte elektromagnetische Impulse von Dargo zerstörten Funk und Elektronik der Anlage und während der Rest des Teams sich daran machte, das Konzentrationslager über eine unsichtbare Trageplattform zu entern, begann Dargo den Funk der Sentinels untereinander zu stören. Tank, Dargo und John wehrten die Sentinels ab, Kurt, Donny und Pablo kümmerten sich um die menschlichen Sicherheitskräfte, die anderen verteilten sich in zwei Teams, um die Gefangenen zu befreien. Erhebliche Verluste mussten die Teams in Kauf nehmen, als sich die Zellentüren als Spezialanfertigungen erwiesen, die, sobald sie beschädigt wurden, tödliches Gas innerhalb der Zellenfreisetzten und alle Insassen eliminierten oder zumindest außer Gefecht setzten. Von den so festgesetzten Mutanten konnten 398 gerettet werden, 402 überlebten den Fluchtversuch leider nicht. In den Einzelzellen waren die Sicherheitsvorkehrungen schier unmöglich zu umgehen, sodass von den 200 dort inhaftierten Individuen lediglich zehn Personen die Flucht gelang.
Da die Verstärkung in Form von 16 Sentinels bereits sehr schnell auf das Gelände zuhielt, war eine schnelle Flucht gefragt. Während verschiedene Helfer sich an die Entfernung oder Deaktivierung der implantierten Chips machten, starben tragischerweise weitere 20 Mutanten bei dem Versuch. Am Ende des Tages war das niederschlagende Ergebnis, das gerade mal 388 der 1000 nicht lobotomisierten Mutanten gerettet wurden. War das Team auch froh um jeden einzelnen Geretteten, zählen die meisten von ihnen diesen Tag zu den Schwärzesten ihrer Zusammenarbeit.

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Leeana

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