Barbie - This girl's life somewhere in Texas

Generationen von White Trash haben in dem Trailerpark „Paradise Garden“ in der Nähe von Smithville/Texas gelebt und sind dort gestorben und Barbie war für ihre konstant betrunkene Mutter Tiffany auch nicht viel mehr als ein ungewolltes Maul das man füttern musste. Ihre Mutter war eine Kellnerin in der örtlichen Bar und schluckte wahrscheinlich mehr, als sie servierte, aber trotz der offensichtlichen Zeichen des Alkoholismus war sie immer noch eine der attraktivsten Frauen in der Umgebung, also kamen eine Menge Männer in die Bar, um sie anzustarren und manchmal auch für ein bisschen „Extraservice“ mit ihr nach Hause zu gehen.

Wer ihr Vater war, ist Barbie auch heute noch unbekannt und wenn ihre Mutter es wusste, hat sie es ihr nicht erzählt. Es gab so viele Männer und nach einiger Zeit verliert man den Überblick. Das einzige, was mit einiger Sicherheit gesagt werden konnte, war dass er ein Trucker oder Biker gewesen sein muss, denn Barbies Mutter bevorzugte solche Männer. Es war an einem Tag wie jeder andere, als Tiffany mit einem gemeinen Kater aufstand und zur Toilette rannte, um ihr flüssiges Abendessen vom Tag zuvor los zu werden während ihre Begleitung noch den Morgen hinweg schnarchte. Zuerst beunruhigte sie das nicht, business as usual, all dieses Gift musste ja ihren Körper irgendwie verlassen, aber als das jeden Morgen passierte, begann sie sich zu wundern. Ihre Menstruation war wegen ihres massiven Alkoholmissbrauchs schon einige Zeit nicht mehr der Rede wert und als sie endlich kapierte, was los war, war es bereits zu spät etwas gegen das kleine Leben zu unternehmen, das sie unter ihrem leeren, abhängigen Herzen trug. Widerwillig akzeptierte Tiffany ihr Schicksal, die Konsequenz ihrer eigenen Sorglosigkeit.

Neun Monate später wurde diese Konsequenz geboren. Zuerst versuchte Tiffany, eine gute Mutter zu sein. Sie nannte das kleine Mädchen sogar nach ihrer Mutter Barbara, die sie und ihren Säufer von Vater verlassen hatte, als Tiffany noch jung war. Sie ging sogar zu den Treffen der Anonymen Alkoholiker und tat das Beste, um ihren Wohnwagen in eine passende Umgebung für ein Kind zu verwandeln. Traurigerweise dauerte das nur ein paar Monate, bis der Sucht-Teufel wieder zuschlug. Man kann das Zeug nicht die ganze Zeit um sich haben und dem Drang nicht nachgeben, ganz besonders wenn man von einer Frau, die eigentlich ihr ganzes Leben schwach war, erwartet stark zu sein. Köstliches Bier, goldener Bourbon, rauchiger Brandy, vollmundiger Whiskey, das waren die Namen ihrer Versucher. Die ganze Zeit sahen sie sie vom tablett aus an und flüsterten ihr im verführerischen Ton zu: „Trink uns! Wir werden alle Deine Probleme verschwinden lassen!“ Und so begann Tiffanys Abstieg in ein alkoholerfülltes Nirvana von Neuem. Barbie erhielt nur die grundlegendste Pflege und bei der Tendenz ihrer Nachbarn, sich um ihren eigenen „Kram“ zu kümmern, war es wie ein kleines Wunder, dass die kleine Barbie die ersten paar Jahre überlebte, ohne zu verhungern oder an einem dreckigen Kissen zu ersticken. Der Rest ihrer Kindheit wurde von gewaltsamen körperlichen Missbrauch seitens ihrer Mutter dominiert wann immer sie es nicht schaffte, das Essen vorzubereiten, den Trailer sauber zu machen oder auch nur wenn ihre Mutter sich an jemandem für ihr miserables Leben, für ihre Sucht, für die Männer, die sie misshandelten oder für jede andere Sache abreagierte, die ihrem benebelten Verstand einfiel. Und manchmal auch nur weil…

Mehr als einmal kam klein Barbie, die noch nie mit ihrem vollen Namen angesprochen worden war, mit einem blauen Auge oder sogar einem Arm in einer Schlinge in die Schule. Weder die unterbezahlten, frustrierten Lehrer noch die unmotivierten, aggressiv gewalttätigen Schüler zollten dem irgendwelche Aufmerksamkeit. „Paradise Garden“ war eine Sackgasse und jeder wusste das. Man war dazu verdammt, ein mieser Versager zu werden, nur weil man dort geboren war. Warum etwas dagegen tun? Wie bereits erwähnt, war es ein Wunder, dass sie überlebte.

Aber sie überlebte, entgegen aller Umstände überlebte sie. Wie eine Rose, die aus einem Abfallhaufen sprießt, erblühte Barbie zu einer unglaublich schönen jungen Frau. Lange schlanke Beine, langes goldenes Haar, eine Figur wie ein Model, keine Frau hätte mehr wollen können. Sie war zwar immer etwas einfach, aber das stellte nie ein Problem für ihre vielen Bewunderer dar. Natürlich blieb dies nicht unbemerkt von ihrer Mutter, die neidisch auf sie wurde. Es hagelte mehr und mehr Schläge. Der übertriebene Alkoholkonsum hatte letztendlich seinen Preis gefordert, Tiffanys einstmals volle Brüste waren abgesackt und alles in allem hatte sie sich mit 38 bereits in eine alte Hexe verwandelt, als Barbie 13 war.

Die Besuche der Männer hörten deswegen nicht auf. Es gab immer Männer, die nahmen, was sie kriegen konnten. Barbie wurde in dieser Zeit einer Menge von „Onkeln“ vorgestellt und lernte schnell, sich von diesen fern zu halten. Das waren große, raue Männer, richtige Rohlinge, die nicht zögerten, zuzuschlagen wenn man ihnen nicht sofort gehorchte, manchmal sogar, wenn sie nicht mal ein Wort gesagt hatte. Manchmal sogar, wenn SIE nichts gesagt hatten.

Barbie konnte bald die Schlimmen von den Schlimmsten unterscheiden.

Die Schlimmen waren die, die sie in die harte Nacht des Trailerparks hinaus jagten, wo die Schreie und der Streit der anderen Familien, die dort lebten, das Geräusch zersplitternden Glases und zerberstenden Holzes und das Klatschen von Fleisch auf Fleisch die Dunkelheit erfüllten, als sich Menschen nur aus dem simplen Bedürfnis heraus, wenigstens etwas zu fühlen, ihren primitivsten Lüsten hingaben. Ganz zu schweigen von den umherziehenden banden von Jugendlichen, die Opfer suchten, mit denen sie machen konnten, was sie wollten… Aber nach einiger Zeit hatte Barbie ein Versteck gefunden und war die Nacht über sicher.

Nein, die schlimmsten waren die, welche sie drin behielten. Jene, die nachdem sie mit Tiffany fertig waren und sie in betrunkener Erstarrung im Bett hatten liegen lassen, in Barbies Zimmer kamen, um ihre eigenen kleinen Spiele mit ihr zu spielen.

Die Zahl der letzteren wurde größer und größer, als es inoffiziell bekannt wurde, dass Tiffany eine schöne junge Tochter hatte, die man benutzen konnte, wie man wollte, solange man Tiffany gab, was sie wollte. Natürlich hatte Barbie versucht, etwas Vertrauen in ihre Mutter zu setzen und ihr alles über die „bösen Onkels“ zu erzählen, aber alles, was passiert war, waren neue Schläge gewesen, die sie trafen. Ihre Mutter sagte immer „Fürs Lügen“, aber selbst Barbie wusste, dass das aus Neid geschah, aus der falschen Vorstellung, dass all diese Männer sie wegen ihrer Tochter verließen. Eine einfache Ausrede.

Das alles ging bis zu ihrem 17ten Lebensjahr so weiter. Ab da änderte sich alles. Der 4te Juli. Das war der Tag, an dem Barbie zurückschlug. Das war der Tag, an dem Barbie ihre eigene Unabhängigkeit erkämpfte. Es war nach einer weiteren Vergewaltigung durch noch einen „Onkel“ und als sie ein letztes Mal versuchte, sich ihrer Mutter anzuvertrauen. Die Reaktion war die übliche, aber schlimmer als jemals zuvor. Die schlimmste Prügel, die sie je hatte erdulden müssen. Mit bloßen Fäusten schlug Tiffany ihr ins Gesicht, zog sie an den Haaren und schmetterte sie Gesicht voran gegen die Wand. Als Barbie dalag und weinte, trat sie ihr in den Rücken und warf Tassen auf sie während sie ihr wie die Verrückte, die sie war, die schlimmstmöglichen Beleidigungen entgegenschleuderte. Sogar noch schlimmer, wenn es aus dem Mund einer Mutter kam. Normalerweise hätte sie lange zuvor aufgehört, aber diesmal war sie noch betrunkener, noch verzweifelter als jemals zuvor. Dann griff sie nach der Küchenzeile und riss eine Holzlatte ab. Wie von Sinnen schlug sie auf Barbie ein und schrie nur noch in unartikulierter Rage. Wieder und wieder sauste das Holz auf ihren Rücken herab und schlug blutige Wunden. Und es hörte nicht auf. Tiffany machte weiter und weiter und weiter. Barbie versuchte, sich mit den Armen zu schützen, aber Tiffanys ungezielte Schläge trafen jedes mal eine andere Stelle an ihrem Körper. Das war, als Barbie die Whiskeyflasche zu fassen bekam, die ihre Mutter eine halbe Stune zuvor geleert hatte. Die ganze Flasche allein in weniger als einer halben Stunde. In Selbstverteidigung schlug Barbie mit der Flasche in der Hand aus.

Und traf ihre Mutter direkt ins Gesicht. Es sah wie Zeitlupe aus, als ihre Mutter fiel und ihr Nacken den Rand des Küchentisches traf.

„KRACK!“

Das hohle Krachen ihres brechenden Genicks hallte durch den Trailer und plötzlich war da Stille. Keine Beleidigungen mehr. Keine Schreie mehr. Keine Schläge mehr. Nichts. Alles, was man hören konnte, war Barbies schwerer Atem als sie über dem toten Körper ihrer Mutter stand. Aber auch das dauerte nur ein paar Sekunden an, bis sie unter den Küchentisch krabbelte, die Arme um die Knie schlang und die Stille mit ihrem Weinen und Schluchzen füllte…

Diese Nacht sah mehr als nur Raketen in den Himmel steigen. Auch ein Begräbnisfeuer strebte dem Himmel entgegen als sie vor den brennenden Überresten des brennenden Wohnwagens stand. Eine klare Entscheidung wurde getroffen. Sie würde die Vergewaltigungen und die Gewalt und den Schmerz hinter sich lassen. Mit dem Trailer verbrannte nicht nur die Leiche ihrer Mutter, sondern auch ihre Vergangenheit. Nicht lag vor ihr, Die Sterne wie ihre Zukunft vom Feuer ihres neuen Lebens bedeckt, unbekannt und irgendwie beängstigend, aber das war alles, was ihr blieb. Sie musste ihren eigenen Weg gehen, ihr eigenes Schicksal finden, ihr eigenes Glück finden. Irgendwie, irgendwo, irgendwann. Das war alles, was sie hatte, aber sie musste die gegebene Chance nutzen.

Einige Zeit später war sie allein dort draußen, musste nur auf sich achten und war glücklich damit. Keiner konnte ihr sagen, was sie zu tun hatte. Es war ein gutes Leben und wurde durch ein noch besseres ersetzt, als sie nach Aspen kam und endlich die Liebe ihres Lebens traf, John Proudstar. Selbstverständlich war das erst der Anfang…

Barbie - This girl's life somewhere in Texas

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