Das Wirtschaftsquadrat

In den USA gibt es selbstverständlich eine große Zahl von Konzernen, die den privaten, öffentlichen und staatlichen Markt bedienen, aber vier stechen hierbei besonders hervor. Diese sind OsCorp, Shaw Industries, Trask Enterprises und Ulysses Industries. Drei dieser vier waren zuvor bereits schon Megakonzerne und der vierte ein überdurchschnittlich großer Familienbetrieb, aber ihre große Stunde kam, als der Staat Stark Industries zerschlug. Wie die Geier stürzten sich OsCorp, Shaw Industries und Trask Enterprises auf die Überreste des einstmals größten Konzerns Amerikas und rissen sich unter den Nagel, was sie kriegen konnten. Nur schnelles Handeln, Geistesgegenwart des Firmenbesitzers Albert Ulysses und der größte Kredit, der jemals in der Geschichte der USA von der Staatsbank gewährt worden war, ermöglichten es Ulysses Industries, sich den Mammutanteil von Stark Industries zu sichern, wobei aber auch die drei Mitkonkurrenten ihren Besitz entscheidend vergrößern konnten. Mittlerweile stellen diese vier eine bedeutende wirtschaftliche Macht, auch genannt das Wirtschaftsquadrat, dar und beherrschen unangefochten den amerikanischen Markt.

OsCorp:

Immer noch vom Firmengründer Norman Osborn, mittlerweile stolze 79, geleitet ist OsCorp der Marktführer in Sachen Elektronik, Ingenieurs- und Handwerkerbedarf, allgemein Maschinen für den persönlichen Hausgebrauch und natürlich Chemie jeglicher Art. Die Firma hat sich stark etabliert und in jedem Bereich des täglichen Lebens findet sich mindestens ein Erzeugnis mit dem berühmten eingeprägten OC Logo, sei es auf Bildschirmen, Haushaltsgeräten oder simplen Nahrungsmittelzusätzen. Zwar genießt OsCorp allgemein einen eher schlechten Ruf, da öffentlich bekannt ist, dass Norman Osborn früher einmal die Maske des Grünen Kobolds trug und die hoch technologisierten Anlagen des Konzerns normalerweise weitestgehend automatisiert sind was weniger Arbeitnehmer bedeutet, aber man kommt schlecht an den sowohl günstigen als auch qualitativ hochwertigen Erzeugnissen vorbei, besonders da OscCorp eigene Elektronik und Heimwerkermärkte unterhält, die firmeneigene Produkte zu einem unschlagbaren Preis anbieten, der nur noch von qualitativ minderwertigen Massenproduktionslinien aus Fernost unterboten wird. Von Stark Industries übernahm OsCorp hauptsächlich Chemiebetriebe, maschinelle Ingenieursfertigungsanlagen und schaffte es interessanterweise auch, Trask Enterprises einen Großteil des Waffengeschäftes vor der Nase weg zu schnappen.

Norman Osborn selbst ist nur noch selten im Fokus der Öffentlichkeit, aber wenn er denn selten einmal auf einer Gala oder einem sonstigen Event auftaucht, stürzt sich die Presse scharenweise auf ihn. Aussagen gegenüber Reportern macht er jedoch selten und selbst dann gibt er lediglich glatte, nicht sehr viel sagende Plattitüden zum Anlass der Veranstaltung zum Besten. Interviews gibt er gar nicht. Als Grund dafür wird allgemein der Tod seines Sohnes Harry angesehen, der vor zwanzig Jahren von einem Mutanten mit unglaublichen Körperkräften zu Tode geprügelt wurde. Weitere Details zum Privatleben des Leiters des drittgrößten Konzerns der USA, der zudem 80% seiner eigenen Firma hält, gibt es nicht.

Shaw Industries:

Shaw Industries ist zwar mit Abstand der kleinste Bestandteil des Wirtschaftsquadrats, teilt sich aber dennoch zusammen mit Trask Enterprises den zweiten Platz in Angelegenheiten der Finanzkraft. Was nicht zuletzt daran liegt, dass der Konzern als der unumstrittene Marktführer in Sachen Luxusartikel gilt. Andere Firmen mögen Dinge herstellen, die gebräuchlicher und für das alltägliche Leben notwendiger sind, wer allerdings in der Schickeria Amerikas etwas auf sich hält, kauft, trägt und besitzt nur Dinge, die von Shaw Industries in einer ihrer exklusiven Boutiquen verkauft werden. Shaw Industries selbst stellt nur relativ wenig her, vor allem Unterhaltungselektronik, Kleidung und Accessoires aller Art, hält aber zudem das Monopol für den Import ausländischer Luxuswaren, besonders Autos, Motorräder und Delikatessen, größtenteils mit Exklusivverträgen, nachdem der Firmenrat das Konzept der Firma grundlegend änderte und von Industrie auf Dienstleistungen umstieg. Der Ruf der Firma ist exzellent, geradezu elitär, und wer sich Sachen mit dem komplex verzierten Logo von Shaw Industries leisten kann, hat nicht nur mehr Geld, sondern wird dazu noch als etwas Besseres angesehen. Direkte Angestellte beschäftigt die Firma eher wenige, durch ihre vielen Subkontraktoren z.B. im Transportbereich werden jedoch viele amerikanische Staatsbürger von ihrem Geld bezahlt, was viele sozusagen als Beschäftigung ansehen. Zudem hat niemand vergessen, dass Shaw Industries zwischenzeitlich aufgrund komplizierten Schlupfloches im entsprechenden Vertrag mit der Regierung der alleinige Produzent der Sentinels, jener Riesenroboter welche die Menschen vor den Mutanten beschützen, war bevor dieses Recht wieder an Trask Enterprises zurückfiel.

Der offizielle CEO von Shaw Industries, Shinobi Shaw, ist der jüngste einer langen Reihe von Shaws, die den Konzern seit mehr als 200 Jahren leiten, zuerst in Europa, später in Amerika. Shinobi beschäftigt sich im Gegensatz zu seinem Vorgänger, seinem unter mysteriösen Umständen umgekommenen Vater Sebastian Shaw, wenig bis gar nicht mit dem Familiengeschäft von dem er 51% hält. Schon bevor sein Vater unter einem einstürzenden Gebäude begraben wurde, war Shinobi ein auf der ganzen Welt bekannter Jetsetter und seitdem er uneingeschränkten Zugriff auf das Familien- und Firmenvermögen hat, kann man ihn nur noch als DEN archetypischen Sybariten bezeichnen. Keine große Gala, Party oder andere Veranstaltung wäre perfekt ohne den blendend aussehenden Halbjapaner, der niemals zweimal das selbe Outfit trägt oder zweimal die selbe Frau am Arm hält. Die Presse liebt ihn, da er immer zu einem kurzen Interview bereit ist, bei dem er mit seinem scheinbar unendlichen Charme glänzt, und sein Privatleben eine ständige Quelle für Schlagzeilen ist, insbesondere solche in den Klatschspalten.

Trask Enterprises:

Ohne Zweifel ist Trask Enterprises der größte Regierungskontraktor innerhalb des Wirtschaftsquadrats und dementsprechend derjenige, der nach Ulysses Industries am meisten Umsatz macht. Dabei beschränkt sich der Konzern allein auf zwei Produkte: Waffen und Technologie, die zur Mutantenjagd benötigt werden. Absolut alles was den Mutanten das Leben schwer macht, von den simplen Mutantendetektoren der Polizei über die hochentwickelten Waffen des Militärs bis hin zu den von künstlichen Intelligenzen gesteuerten Sentinels, kommt aus den High Tech Werkstätten von Trask Enterprises. So spezialisiert dieser Konzern auch ist, er macht einen gewaltigen Umsatz, zusätzlich zu den ganzen Vergünstigungen nicht nur steuerlicher Art, die es mit sich bringt, allein für die Regierung zu arbeiten. Und auch der Erfolg gibt Trask Enterprises recht. Ihre hochwertige Technik bringt nicht nur den Traum des Firmenleiters von einer mutantenfreien Zukunft voran, indem sie immer mehr und mehr Mutanten aufspürt und beseitigt, sondern beschert dem „Schwert und Schild Amerikas“, wie die Firma inoffiziell genannt wird, darüber hinaus auch noch hervorragende Popularitätswerte. Bei der Zerschlagung von Stark Industries sicherte sich Trask Enterprises vor allem Elektronik- und Technikfertigungsanlagen.

Bolivar Trask ist gleichzeitig CEO, Vorstandsvorsitzender und Hauptanteilseigner. Obwohl er sich größtenteils von gesellschaftlichen Anlässen fern hält, ist er stets auf politischen Veranstaltungen zu sehen, seien es Spendengalen der Republikaner oder Wahlkampfveranstaltungen des im Jahre 2020 für eine Wiederwahl kandidierenden Präsidenten Robert „Dakota Bob“ Heffner. Außerdem ist er bekennendes Mitglied der Purifiers und stellt Geldmittel für ihr „Church Against Mutants“ (CAM) Projekt zur Verfügung. Allgemein wird er als konservativer, verheirateter, guter Amerikaner angesehen, der sogar nach der Ermordung von Senator Robert Kelly dessen Adoptivsohn Jonathan Stryker bei sich aufnahm und adoptierte.

Ulysses Industries:

Da momentan geschätzte 8% der Bevölkerung der USA zur Zeit in einem direkten Angestelltenverhältnis mit Ulysses Industries stehen, ist dieser Konzern mit Abstand der größte und bestverdienende des ganzen Landes. Kein anderes Mitglied des Wirtschaftsquadrats hat sich erfolgreich so diversifiziert wie dieses Megakonsortium. Es lässt sich zwar klar, sagen, dass dieser Konzern, der noch vor einer Generation ein mittelgroßer Familiebetrieb war, ein Monopol in den Bereichen Schwerindustrie und Nahrungsmittelproduktion hält, man sollte allerdings auch die anderen Bereiche, in denen er ebenfalls gute Profite macht ohne die Vormachtstellung der anderen drei anzugreifen, nicht vergessen. Ulysses Industries galt lange Zeit als „bürgerlicher Konzern“, dessen Autos, Haushaltsgeräte, Werkzeuge, Spielsachen und unzählige andere Produkte man mit gutem Gewissen erwerben konnte, aber seitdem der Besitzer selbst, Albert Ulysses, vor die Kamera trat, um offen seine Sympathie zu Mutanten zu bekunden, hat der Ruf der Firma sehr gelitten. Da Ulysses Industries der große Gewinner im Rennen um die Überreste von Stark Industries war, haben sie sehr viel von dem einstigen Megakonzern übernommen, inklusive der ganzen Schwerindustrieabteilung.

Albert Steven Ulysses (manchmal behauptet er auch scherzhaft, das S in seinem Namen bedeute “Sublime” = Erhaben) ist ein Mann mit einem scharfen Intellekt, der zur rechten zeit die richtige Gelegenheit ergriff. Geboren wurde er als Sohn von Jonathan Francis Ulysses III, einem Kleinindustriellen im Süden der USA. Dem jungen Albert fehlte es an nichts und er ging wie erwartet auf das Smithonian Institute Of Econimics, um dort BWL zu studieren und später das Familienunternehmen zu übernehmen. Alles klappte wie vorhergesehen und im Alter von 31 Jahren übernahm Albert Ulysses Industries im Jahre 2008. Die nächsten paar Jahre vergingen recht ereignislos, Ulysses Industries hielt sich einigermaßen stabil am Markt und Albert war für die Medien nicht weiter interessant. Dies änderte sich im Jahre 2014, nachdem Tony Stark öffentlich von Stryker festgenommen und wenige Monate später vom Staat hingerichtet wurde, nachdem sich der Großindustrielle aktiv (in Form von Bekämpfung von Militäreinheiten) gegen das MRG eingesetzt hatte, welches er zuvor unterstützt hatte. Der Staat entschied, Stark Industries zu zerschlagen und zu verkaufen. Albert S. Ulysses handelte sofort, nahm einen Kredit bei er amerikanischen Zentralbank auf und kaufte große Teile des ehemaligen Megaknozerns bevor Trask Enterprises und Shaw Industries unter ihrem Vorsitzenden Shinobi Shaw sich alles unter den Nagel reißen konnten. Der Erfolg war erstaunlich und Ulysses konnte den Kredit innerhalb eines Jahres mit Zinsen zurückzahlen. Albert Ulysses entwickelte sich über Nacht zu einem Liebling der Medien. Das änderte sich vor kurzem, als das stets adrett gekleidete Firmenoberhaupt vor die Kameras trat und forderte, die “besonderen Kinder” der USA nicht mehr zu verfolgen, wobei er verschiedene Parallelen zu Nazi-Deutschland zog, und sogar zugab, dass er selbst gerne eine Mutant wäre. Das Resultat war katastrophal. Sofort wurde Ulysses angeklagt, die Anklage musste jedoch wegen Substanzlosigkeit fallen gelassen werden. Es ist unklar, was jetzt von ihm zu erwarten ist und was er als nächstes tun wird, aber die Presse stürzt sich immer noch auf ihn, wann immer er zu einem Event eingeladen wird, was jedoch aufgrund seines gesunkenen sozialen Status nur noch selten passiert. Seit er allerdings seine Präsidentschaftskandidatur für 2020 bekannt gab, sind Interviews mit dem Firmenoberhaupt, das diese auch häufig gewährt, nur umso gefragter.

Das Wirtschaftsquadrat

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